Schwarzweiß-Fernseher Saba Pro FP 32

Saba Pro FP 32 Fernsehgerät aus den 70ern

Röhrenfernseher von Saba aus den 70ern

In die Röhre gucken ist heutzutage sicherlich alles andere als "in". In den siebziger Jahren sah dies jedoch noch ganz anders aus. Damals galt es schon als Luxus, in Farbe fernsehen zu können. Zumindest galt dies für die Zeit, in der dieses Gerät hier aktuell war. Bei diesen Fernseher handelt es sich um einen Saba Pro FP 32, einen Schwarzweiß-Fernseher mit einer Bilddiagonale von 44 Zentimetern. Das Gerät wurde im Jahr 1974 oder 75 hergestellt und besitzt eine etwas eigenwilliges Design. Leider ist das Gehäuse dieses Fernsehers nicht mehr im allerbesten Zustand, wie man es in diesem Bild auch deutlich erkennen kann.

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Auffällig ist bei diesem Gerät neben dem Design auch die geringe Gehäusetiefe. Viele andere Fernsehgeräte, die in der damaligen Zeit hergestellt wurden, besitzen weitaus tiefere Gehäuse.

Im unteren Bereich der Rückwand befinden sich die damals üblichen Anschlüsse für die Antenne und einem externen Lautsprecher oder Kopfhörer. Zusätzliche Videoeingänge oder einen SCART-Anschluss sucht man hier noch vergebens. Videogeräte wie beispielsweise Videorekorder waren damals noch eher selten in den Haushalten zu finden. Außerdem wurden diese damals häufig mit dem Antenneneingang des Fernsehgerätes verbunden.

Innen sieht es auch nicht besser aus als außen. Starke Staubablagerungen aus den letzten vier Jahrzehnten bedeckten die Oberflächen der einzelnen Komponenten im Inneren des Gerätes.

In diesem Bild zu sehen ist der Netztrafo des Fernsehers. Viele der damaligen Schwarzweiß-Fernsehgeräte arbeiteten mit einem normalem Transformatornetzteil. Einige dieser Fernsehgeräte konnten sogar mit einer externen Gleichspannung in Höhe von 12 Volt betrieben werden. Dies ist allerdings beim Saba Pro FP 32 nicht der Fall. Hinter dem Netztrafo zu sehen ist der Zeilentrafo mit der Kaskade für die Erzeugung der Anodenspannung für die Bildröhre.

Auf der anderen Seite der Platine ist ganz links der Tunerbaustein eingesetzt. Rechts daneben sind noch weitere Steckmodule für unterschiedliche Funktionen zu sehen. Die Modultechnik sollte damals den Service bzw. eventuelle Reparaturarbeiten deutlich vereinfachen und wurde in vielen Geräten eingesetzt. Auch hier sind deutlich Schmutz- und Staubablagerungen auf den Komponenten und Bauteilen zu sehen.

Im hinteren oberen Bereich befindet sich der Senderspeicher, mit dessen Hilfe die einzelnen Fernsehsender abgespeichert werden können. Selbstverständlich verfügt dieses Gerät noch nicht über einen Kabeltuner.

Der Fernseher während eines ersten Probelaufs. Trotz der sehr langen Standzeit und der extremen Verschmutzung funktioniert der Fernseher sogar noch. Das Bild brauchte am Anfang eine Weile, bis es auf dem Bildschirm deutlich zu sehen war.

Nun sollte es erstmal ans Zerlegen des Gerätes gehen. Ich fing mit dem Ausbau des Bedienteils an. Es war mit zwei Schrauben im Inneren des Gehäuses befestigt. Eine dritte Schraube versteckte sich unter dem Saba-Emblem, welches übrigens auch als Sensortaste zum Umschalten der Programme dient. Die Knöpfe der Schieberegler mussten natürlich ebenfalls abgezogen werden. Der aktuell verwendete Speicherplatz für das Fernsehprogramm wird durch eine entsprechende Kontrolllampe signalisiert.

Bereits beim ersten Probelauf des Fernsehgerätes machte der Lautsprecher einige unangenehme Geräusche. Nach dessen Ausbau stellte sich heraus, woher diese kamen. Mit einem Pinsel entfernte ich  vorsichtig den Schmutz von der Lautsprechermembrane.

Nach und nach wurden alle Komponenten des Fernsehgerätes aus dem Gehäuse ausgebaut. In diesem Bild ist nur noch die Bildröhre in der vorderen Gehäusehälfte eingesetzt. Nach dem Lösen der vier Muttern konnte auch diese aus dem Gehäuse herausgenommen werden.

Die stark verschmutzte vordere Gehäusehälfte des Fernsehgerätes konnte nun gründlich gereinigt werden, ohne die elektronischen Komponenten zu gefährden.

Auch die Bildröhre musste zunächst einmal gründlich in Staub und gereinigt werden. Den Anodenanschluss auf der rechten Seite sowie den Röhrensockel klebte ich vorsichtig ab. Es soll schon Leute gegeben haben, die eine solche Bildröhre in einer Wanne gewaschen haben. Hierzu sollten jedoch vorher die Ablenkspulen vom Röhrenhals entfernt werden. Ich habe allerdings darauf verzichtet und die Reinigung mithilfe eines Lappens und Glasreiniger vorgenommen.

Die Hauptplatine des Fernsehgerätes benötigte ebenfalls eine gründliche Reinigung. Zunächst habe ich alle Steckverbindungen abgezogen und die Steckmodule  von der Platine entfernt. Danach erfolgte eine gründliche Reinigung mithilfe eines Pinsels und eines Staubsaugers. Das Kühlblech auf der rechten Seite der Platine habe ich ebenfalls für diese Reinigung gelöst.

Hier ist die Unterseite der Hauptplatine zu erkennen. Im Gegensatz zur Oberseite sieht sie noch recht sauber und gut aus. Lediglich im Netzteil mussten einige Lötstellen nachgelötet werden. Durch starke Temperaturschwankungen sind hier einige kalte Lötstellen entstanden.

Das Bedienteil des Fernsehgerätes war ebenfalls in einem recht schlechten Zustand. Auch die Anzeige des eingestellten Fernsehkanals direkt über den entsprechenden Einstellreglern wollte nicht mehr so richtig funktionieren. Ich entschloss mich dazu, das komplette Bedienteil auseinanderzunehmen und gründlich zu reinigen.

Die schwarze Blende habe ich zunächst entfernt. Die Anzeige des Fernsehkanals erfolgt über einen Papierstreifen, der über die Einstellregler verschoben wird. Dieser Papierstreifen wird in der schwarzen Blende hin und her verschoben, sodass nur noch der Bereich mit den aktuell eingestellten Fernsehkanal in einem kleinen Fenster sichtbar ist.

Das Einsetzen der Papierstreifen in die Blende und die Verbindung mit dem Einstellreglern war eine ganz schöne Fummelei. Mit etwas Geduld jedoch gelang es mir, die ganze Einheit wieder zusammenzubauen. Selbstverständlich reinigte ich die Einzelteile dabei gründlich.

Hier ist die ganze Einheit im wieder zusammengebautem Zustand zu sehen. Nun bewegten sich die Papierstreifen beim Drehen der Einstellregler wieder einwandfrei.

Inzwischen hatte ich auch die Bildröhre des Fernsehgerätes gründlich gereinigt und wieder in das Gehäuse eingebaut. Anschließend erfolgte der Einbau des Lautsprechers und der kompletten Bedieneinheit in das Gehäuse.

Nach der Reinigung der Hauptplatine sowie der Reinigung der einzelnen Steckmodule und deren Einsatz in die Hauptplatine konnte auch diese Einheit wieder in das Gehäuse des Fernsehgerätes eingesetzt werden.

So sah das Ganze nach dem Einbau ins Gehäuse aus. Jetzt musste ich nur noch darauf achten, keinen Stecker zu vergessen, bevor das Gerät das erste Mal nach der Reinigung und der Montage wieder in Betrieb genommen wurde.

Es funktionierte tatsächlich auf Anhieb. Einige Sekunden nach dem Einschalten war etwas auf den Bildschirm zu sehen. Nun konnte ich auch die Sendereinstellung ausprobieren. Für die Funktionsprobe habe ich einfach einen Videorekorder an den Antenneneingang des Fernsehgerätes angeschlossen und den Fernseher auf Kanal 36 eingestellt. Das Ergebnis ist in diesem Bild zu sehen.

Der momentan eingestellte Programmspeicher wird durch eine entsprechende Kontrollleuchte angezeigt. Das Weiterschalten des Speicherplatzes erfolgt durch eine Berührung des Saba-Emblems unter den Schiebereglern. Legt man den Finger für einige Sekunden auf das Emblem, werden die Speicherplätze nacheinander durchgeschaltet.

Hier ist das Gerät während des Betriebs im geöffneten Zustand zu sehen. Nach dem Zusammenbau wie sich das Gerät eine Weile zur Probe laufen. Nur den Zeilentrafo muss ich mir noch einmal ansehen. Er verursacht während des Betriebs unangenehme Pfeifgeräusche, die noch unterbunden werden müssen. Ich muss den Zeilentrafo demnächst noch einmal ausbauen und mit Klarlack auf den Wicklungen versehen.

Jetzt muss nur noch die hintere Gehäusehälfte des Saba Pro FP 32 gründlich gereinigt werden. Anschließend wird der der Fernseher wieder zusammengebaut. Es handelt sich hier noch um eine ganz andere Technik, als die den modernen Geräten verbaute. Die in diesem Fernsehgerät eingesetzte Elektronik kann noch relativ gut überprüft und repariert werden, ganz anders, als dies bei aktuellen Geräten der Fall ist. Ob ein zurzeit aktuelles Fernsehgerät nach mehr als 40 Jahren noch funktioniert, wage ich zu bezweifeln. In diesen alten Geräten wurden noch keine Sollbruchstellen eingebaut, wie man es bei modernen Geräten manchmal vermuten könnte.

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