Yamaha Electone D-85

Elektronische Orgel Yamaha D 85 von 1980
Elektronische Orgel Yamaha D 85 von 1980

Die Yamaha Electone D-85 ist zwar kein Keyboard, sie ist eine elektronische Orgel aus der Zeit um 1980 herum. Sie gehörte damals zu den größten Heimorgeln und war das Flaggschiff der Electone Orgeln. Wenn man sich die zahlreichen Knöpfe und Regler anschaut, wird dies auch sehr schnell deutlich. Die Orgel besitzt drei Manuale, die in der für Orgeln typischen Anordnung verbaut sind. Das kleine Manual mit 37 Tasten ist ein sogenanntes Solomanual. Mit dieser Tastatur lassen sich nur einzelne Töne erzeugen. Die Wiedergabe mehrerer Töne gleichzeitig ist nicht möglich. Die anderen beiden Manuale besitzen jeweils 49 Tasten. Im Bild nicht zu sehen ist ein einoktaviges Pedal mit 13 Tasten. Die Yamaha D-85 kann viele verschiedene Klangfarben und Effekte erzeugen. Die beiden größeren Manuale erlauben die Wiedergabe verschiedener Stimmen oder Orchesterstimmen sowie Ensembles. Es lassen sich einzelne Klänge wiedergeben und auch miteinander kombinieren. Ebenso ist es möglich, die Bassbegleitung statt über das Pedal mit dem unteren Manual wiederzugeben. Weiterhin verfügt die Orgel über zahlreiche Effektsteller und verschiedene Funktionen wie beispielsweise Vibrato oder Hall, um nur ein paar zu nennen. Auch ein Tremololautsprecher (Leslie) ist in der D 85 verbaut, ebenso eine Rhythmuseinheit mit automatischer Bassbegleitung sowie eine Akkordautomatik. Es würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, sämtliche Funktionen der Yamaha D-85 an dieser Stelle aufzuzählen.

 

Ebenso mächtig wie die Ausstattung der Yamaha D-85 sind auch ihre weiteren Randdaten wie zum Beispiel die Abmessungen von 119 Zentimetern (Breite), 104 Zentimetern (Höhe) sowie die Tiefe von 75 Zentimetern und das Gewicht von 115 Kilogramm. Die Wiedergabe der Klänge erfolgt über insgesamt sechs Lautsprecher. Den mittleren Kanal bilden ein Basslautsprecher mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern, ein Mitteltöner mit 20 Zentimetern sowie ein Hochtöner mit fünf Zentimetern Durchmesser. Zusätzlich gibt es Lautsprecher für den rechten und linken Kanal mit jeweils 20 Zentimetern Durchmesser und den Tremololautsprecher mit gleichem Durchmesser. Die Gesamtleistung des Verstärkers beträgt jeweils 60 Watt für den mittleren Kanal und den Tremololautsprecher sowie jeweils 30 Watt für den rechten und linken Kanal. Insgesamt besitzt das Instrument eine Ausgangsleistung von 180 Watt.

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In diesem Bereich des Bedienfeldes der Yamaha D-85 zu sehen sind Einstellungsmöglichkeiten für die Koppler, den Halleffekt, den Fußschalter, den Substaineffekt sowie die Geschwindigkeit des Tremololautsprechers. Der Regler befindet sich auf diesem Bild unsichtbar vor den Schieberegler für den Nachhall (Reverb).

Von oben nach unten zu sehen sind Klangeinstellungen für das Solo-Manual, das Bedienfeld für die Rhythmuseinheit sowie Einstellungen für die Tremolosektion und die Symphonic-Chorus-Einheit. Das klingt sehr interessant. Tatsächlich lassen sich mit diesen Schaltern interessante Effekte einstellen. Es gibt verschiedene Auswahlmöglichkeiten, die für einen sehr vollen und angenehmen Klang der Orgel sorgen.

Hier sind noch einige Einstellmöglichkeiten für den Klang des oberen und unteren Manuals zu sehen. Es lassen sich sehr viele Klänge miteinander kombinieren. Die Klangmöglichkeiten der D 85 scheinen dadurch fast unbegrenzt zu sein. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich halbwegs heraus hatte, wie die ganzen Einstellungen funktionieren und wie sich die unterschiedlichen Klänge miteinander kombinieren und auf das obere und untere Manual legen lassen.

 

Die folgenden Bilder zeigen einige Aufnahmen, die ich während der Reinigung der Orgel von innen und außen gemacht habe.

Die Rückwand der Yamaha D-85 lässt sich nach dem Lösen einiger Schrauben entfernen. Im unteren Bereich zu sehen sind einige Anschlussmöglichkeiten, unter anderem für eine externe Leslie-Einheit.

Das Typenschild der Yamaha D-85 auf der Rückseite der Orgel.

Die Yamaha D-85 mit abgenommener Rückwand. Man kann einige der Lautsprecher sehen, das mächtige Netzteil links unten im Bild, die Endstufen unter den Bass Lautsprecher sowie den Tremololautsprecher im rechten Bereich. Eher unauffällig ist die Hallspirale, die sich direkt unter dem Tremolo-Lautsprecher befindet. Die Elektronik der Orgel befindet sich innerhalb der Abschirmung im oberen, linken Bereich sowie direkt unter den einzelnen Manualen und Bedienfeldern der Orgel. Ich hätte die Orgel für den Transport am liebsten zerlegt. Leider war dies nicht ohne weiteres möglich, da die Kabelstränge durch das komplette Gehäuse der Orgel laufen und erst umständlich hätten ausgebaut werden müssen. Außerdem sind die Holzteile des Gehäuses nicht nur verschraubt, sondern auch miteinander verleimt. Ich wollte nicht das Gehäuse mit Gewalt zerlegen und dabei möglicherweise beschädigen oder zerstören. Wie man auf dem Bild erkennen kann, hat das Innenleben eine gründliche Reinigung und Entstaubung nötig.

Die Tremolo-Einheit (Leslie-Lautsprecher) der Yamaha D-85 lässt sich mit wenigen Handgriffen ausbauen. Das ganze Gebilde erinnert mich irgendwie an das Innenleben einer Waschmaschine mit Waschmaschinenmotor und Waschtrommel. Tatsächlich ist es nicht der Lautsprecher, der sich dreht. Es ist ein Gebilde aus Styropor, das den Schall umlenkt und durch einen in der Geschwindigkeit einstellbaren Motor angetrieben wird. Der Motor ist links unten im Bild zu sehen. Antrieb erfolgt über einen einfachen Antriebsriemen.

Wie man deutlich sehen kann, ist das Netzteil für sehr hohe Leistungen ausgelegt. Es besitzt zwei größere Netztransformatoren sowie mehrere Elektrolytkondensatoren. Die Netzteilelektronik befindet sich im unteren Bereich des Chassis.

Die Endstufe der Orgel besteht aus mehreren Hybrid-ICs mit den Typenbezeichnungen STK-80 und STK-085. Diese wurden auf einem großen Kühlkörper aus Aluminium montiert. Die Platinen enthalten nur wenige zusätzliche Bauteile.

Nach einer gründlichen Innen- und Außenreinigung funktioniert die Yamaha D-85 wieder einwandfrei, zumindest, soweit ich das im Moment beurteilen kann. Ich habe noch nicht alle Funktionen ausprobiert. Interessant war für mich die erste Inbetriebnahme der Leslie-Einheit, da ich noch nie einen solchen Klangeffekt in natura erlebt habe. Nach dem Einschalten dauerte es allerdings ein paar Sekunden, bis sich die große Styroportrommel in Bewegung setzte und der entsprechende Klangeffekt zu hören war. Auf jeden Fall ist es eine sehr interessante und beeindruckende Orgel, die auch nach mehr als 36 Jahren durch ihren guten Klang und den typischen 80er-Jahre-Sound noch für Eindruck sorgt. Unten auf dieser Seite folgen noch einige Bilder der Orgel.

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