Elka X705

Elka X 705

In der Bedienungsanleitung zur Elka X705 (bzw. zur soweit baugleichen Elka X707) steht, dass es sich um ein äußerst schön anzusehendes Instrument handelt. Die tragbare X705 macht tatsächlich einiges her. Sie wird oft als "Space-Orgel" bezeichnet. Sicherlich liegt es an dem einzigartigen Design dieses Instrumentes. Aber auch klanglich hat sie einiges zu bieten. Zunächst möchte ich etwas auf den Begriff "tragbar" eingehen. Es ist schon erstaunlich, was in der damaligen Zeit (genauer gesagt Ende der siebziger Jahre) alles als tragbar bezeichnet wurde. Bereits eine andere als tragbar bezeichnete Orgel (die Elka X19T) sollte tragbar sein. Allerdings trifft dies meiner Meinung nach nur bedingt zu. Immerhin wiegt die Elka X705 im "transportfertigen" Zustand etwa 80 Kilogramm (in Worten: achtzig, laut Bedienungsanleitung). Die  Metallständer samt Streben oder gar die Verstärkeranlage mit Lautsprecherboxen sind dabei noch nicht einmal mit eingerechnet. Wenn man ein solches Monstrum ohne fremde Hilfe mehrere Meter transportiert hat, fallen einem ein paar ganz andere Begriffe ein als tragbar. Aber egal, hier geht es schließlich mehr um die inneren Werte des Instrumentes.

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Elka X705

Schön äußerlich macht die Elka X705 einiges her, wenn man die ganzen Regler und Knöpfe betrachtet. Und wenn das Ganze dann noch in einem "spacigen" Gehäuse untergebracht ist wie bei der X705, ist es sicherlich noch besser.

Links oben zu sehen sind Lautstärkeregler für verschiedene Teilbereiche der Orgel wie zum Beispiel den Bass, das Strings-Ensemble und die Klavierklänge für beide Manuale. Weiterhin zu sehen sind die Zugregler für die Register der Orgelklänge, ebenfalls für beide Manuale. Interessant wird es links in der Mitte. Hier sind die Regler für den eingebauten Solo-Synthesizer der Orgel zu finden. Mit ihnen lassen sich zahlreiche Klangeffekte für die separat auszuwählenden Solostimmen einstellen.

Ein Rhythmusteil darf natürlich auch bei der Elka X705 nicht fehlen. Über diese Einheit lassen sich zahlreiche Rhythmen einstellen, die für damalige Heimorgeln üblich und in so gut wie jedem Modell verbaut waren. Aus heutiger Sicht klingen diese Rhythmen doch eher abenteuerlich. Allerdings ist es vielleicht genau das, was viele Menschen in der heutigen Zeit wieder suchen. Schließlich haben diese Klänge einen ganz eigenen Charakter. Sogar entsprechende Begleitmuster lassen sich über die eingebaute Rhythmusmaschine einstellen. Darunter zu finden sind die Einstellmöglichkeiten für beide Manuale und die Percussion-Klänge für das obere Manual. Zwischen den beiden Tastaturen befinden sich die Presets für die Orgelklänge und die Solostimmen.

Die drei kleinen Drehregler oben im Bild dienen für die Lautstärkeeinstellung der Rhythmusbegleitung samt Bass und Begleitmuster. Rechts daneben zu sehen sind die verschiedenen Einstellregler für den Nachklang der einzelnen Stimmen für beide Manuale.

Jetzt geht es an das Eingemachte. Die Orgel ist recht wartungsfreundlich aufgebaut, wenn man deren Komplexität berücksichtigt. Die obere Abdeckung (im Bild ist sie bereits entfernt worden) ist mit zwei Schrauben auf jeder Seite befestigt und kann nach dem Lösen der Schrauben einfach abgenommen werden. Die Manuale lassen sich beide hochklappen, nachdem weitere Schrauben entfernt wurden. Man kann in diesem Bild bereits erkennen, wie komplex die Elka X705 aufgebaut ist. Für viele der einzelnen Funktionen gibt es ein eigenes Modul. Die einzelnen Komponenten des Instrumentes sind über Kabelbäume miteinander verbunden. Auf Steckverbindungen wurde hier weitgehend verzichtet. Dafür sind die einzelnen Module auf den Hauptplatinen einzeln herausnehmbar. Dazu müssen lediglich einige Befestigungsbrücken abgeschraubt werden.

Hier ist eine Nahaufnahme der Steckplätze mitsamt Modulen im unteren Bereich der Elka X705 zu sehen. Die Module auf der rechten Seite im unteren Bereich sind für die Rhythmuseinheit. Im linken Bereich befinden sich die Steckmodule für die Soloklänge des Instrumentes.

Links in diesem Bild zu sehen ist das Netzteil des Gerätes. Ganz links befindet sich der Netztrafo, rechts daneben die Platinen für die einzelnen Betriebsspannungen (12 Volt, 5 Volt und 27 Volt).

Als ich die Orgel in den Keller gewuchtet hatte, ohne dabei Bruch zu machen (weder an mir noch an der Orgel), musste ich leider feststellen, dass sie keinen Ton von sich geben wollte. Die Betriebskontrollleuchte sowie die LEDs für die einzelnen Funktionen des Instrumentes leuchteten zwar. Allerdings kam trotzdem kein Ton aus dem Instrument heraus. Nachdem ich das Gehäuse geöffnet hatte und an einigen der Steckmodule und an dem im Bild zu sehenden Stecker wackelte, hat sich jedoch etwas. Das Ganze sah nach einem Wackelkontakt aus. Als ich mir die Stecksockel auf den einzelnen Hauptplatinen etwas näher ansah, fiel mir auf, dass einige der Kontakte nicht mehr in Ordnung waren. Die Kontaktfedern waren zum Teil ausgeleiert. Dadurch entstanden Unterbrechungen oder Wackelkontakte und die Fehlfunktionen an der Elka X705.

Wenn man sich das Innenleben der Elka X705 anschaut, fällt die sehr hohe Anzahl an vorhandenen Stecksockeln auf. Glücklicherweise waren sie nicht alle defekt.

Unter dem unteren Manual befinden sich die Tongeneratoren und Frequenzteiler für die einzelnen Orgel- und Streicherklänge. Diese Module habe ich in ihren Stecksockeln belassen. Anscheinend hatten die Sockel hier keine Kontaktschwierigkeiten. Allerdings habe ich die kompletten Module im hinteren Bereich ausgebaut und dabei einige defekte Kontaktfedern in den Stecksockeln feststellen müssen. Da die Stecksockel nicht mehr als Ersatzteile erhältlich zu sein scheinen, blieb mir nichts anderes übrig, als die einzelnen Kontakte der Module mit den Sockeln zu verlöten, zumindest die defekten. Danach funktionierte die Elka X705 auch soweit wieder. Lediglich die Soloklänge für die Gitarre und Hawaiigitarre blieben nach wie vor stumm. Da es sich nur um ein paar einzelne Steckverbindungen handelt, lassen sich die Module trotzdem noch entfernen, wenn dies notwendig sein sollte.

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